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360 Grad Feedback entschlüsselt: was dahinter steckt und wie Mitarbeiter, Teams und Deine Organisation davon profitieren können

Feedback

Was ist 360 Grad Feedback?

Feedback ist ein wichtiger Baustein für alle Organisationen, die in der heutigen, dynamischen Arbeits- und Wirtschaftswelt relevant und reaktionsfähig bleiben wollen. In den meisten Fällen wird es von Managern an ihre Mitarbeiter gegeben. Einige Unternehmen praktizieren zudem “Upward Feedback”, bei welchem die direkt unterstellten Mitarbeitern ihren Managern Feedback geben. Nachdem Mitarbeiter einen Großteil ihrer Arbeitszeit jedoch auch mit Kollegen verbringen und sie in erster Linie Wert für ihre Kunden und nicht ihre Manager kreieren, sollten die Meinung und das Feedback dieser Gruppen genauso viel zählen wie die ihrer Führungskräfte. Zudem ist Feedback aus verschiedenen Quellen in der Regel reicher und umfassender als solches, das lediglich von einer Quelle stammt. Daher ziehen viele Organisationen 360 Grad Feedback in Erwägung oder haben es bereits implementiert.

360 Grad Feedback ist ein Konzept und Prozess, bei welchem Mitarbeiter Feedback von verschiedenen internen und externen Stakeholdern ihrer Organisation erhalten. Zudem beinhaltet 360 Grad Feedback auch Selbst-Reflexion. In der Regel füllen 8 bis 12 Personen ein Feedback-Formular mit einer Reihe Fragen zu einem breiten Spektrum arbeitsrelevanter Fähigkeiten für einen Mitarbeiter aus. Diese Personen können beispielsweise Manager, Kollegen oder Kunden des entsprechenden Mitarbeiters sein. Die Person, welche das Feedback erhält, füllt das Feedback-Formular zudem selbst aus.

 

360 grad feedback

 

360 Grad Feedback konzentriert sich verstärkt auf Verhalten und Fähigkeiten statt nur auf bloße Grundfertigkeiten und Arbeitsplatzanforderungen. Es adressiert in der Regel Fähigkeiten wie Zuhören, Planen und Zielsetzen. Zudem blickt es auch auf subjektivere Bereiche wie Teamwork und Führungsqualitäten. Zusammengefasst bietet 360 Grad Feedback Mitarbeitern einen Überblick darüber, wie sie und ihr Verhalten bzw. ihre Verhaltensweisen aus der Perspektive anderer Stakeholder der Organisation gesehen werden.

Im Gegensatz zur gängigen Praxis von einmal jährlich stattfindenden Feedbackgesprächen, auch Annual Reviews genannt, sollte 360 Grad Feedback häufiger praktiziert werden. Ein guter Rhythmus ist in der Regel einen Feedbackzyklus pro Quartal zu haben.

Warum Du 360 Grad Feedback verwenden solltest

Vorteile für den Feedback-Empfänger

Verbesserte Selbstwahrnehmung. 360 Grad Feedback ist eine großartige Möglichkeit für Mitarbeiter, ihre Stärken und Schwächen besser zu verstehen. Dadurch, dass ihnen eine Vielzahl verschiedener Einblicke gewährt wird, wie sie von anderen wahrgenommen werden, können Mitarbeiter Möglichkeiten und Bereiche zur Verbesserung einfacher erkennen und besser nachvollziehen. Die verbesserte Selbstwahrnehmung kann ihnen dabei helfen, Verhalten und Fähigkeiten effektiver weiterzuentwickeln und ihre Rollen noch besser auszufüllen.  

Entwicklungsmöglichkeiten erkennen. Diese verbesserte Selbstwahrnehmung wird natürlich auch von einem besseren Verständnis davon begleitet, auf welche Bereiche sich Mitarbeiter konzentrieren müssen, um sich zu weiterzuentwickeln und ihre Karriere voranzutreiben. Die umfassenden Informationen, welche Mitarbeiter durch 360 Grad Feedback erhalten, machen deutlich, wo das größte Entwicklungspotenzial liegt sowie welche Fähigkeiten und Verhaltensweisen am dringendsten entwickelt und trainiert werden müssen. Durch das Aufdecken blinder Flecken, welche in einem rein Manager geleiteten Feedback unentdeckt geblieben wären, erhalten Mitarbeiter zusätzliche Möglichkeiten zu lernen, sich zu entwickeln und sich somit kontinuierlich zu verbessern. Dies führt in der Regel auch zu einer besseren individuellen Leistung.

Darüber hinaus nutzen viele Unternehmen 360 Grad Feedback für neue oder weniger erfahrene Manager. Für diese kann es ein nützliches Werkzeug sein, ihre Rollen besser zu verstehen und sich schneller zu entwickeln.

Vorteile für Teams

Verbesserte Zusammenarbeit und Teamleistung. Neben der Verbesserung der Teamleistung durch die verbesserte Einzelleistung der Teammitglieder, hilft 360 Grad Feedback Teams auch, effektiver zusammenzuarbeiten. Durchdachte 360 Grad Feedbackprozesse, welche die wichtigsten Werte der Organisation sowie spezifische Kompetenzen wie Zuhören oder Konfliktbewältigung integrieren, können die Kommunikation, Abstimmung und Entwicklung im Team vereinfachen und verbessern. Dies kann Teams dabei helfen klarzustellen, in welche Richtung sie gehen möchten, an einem Strang zu ziehen und schlussendlich ihre Teamleistung zu steigern.

Vorteile für die Organisation

Schaffen einer Feedbackkultur. Auf Organisations-Level kann durch die Vielzahl an Meinungen, welche in 360 Grad Feedback einfließen, das Risiko von Urteilen, die auf bloßen Momentaufnahmen beruhen, verringert werden. Die Aufnahme von Perspektiven unterschiedlicher Stakeholder in den Feedbackprozess kann das Feedback zudem ausgewogener, fairer und akkurater für die Empfänger machen. Dies wird dabei helfen, in der Organisation eine positivere Einstellung gegenüber Feedback zu entwickeln und ist in einigen Fällen der erste große Schritt in Richtung einer funktionierenden Feedbackkultur.

Mehr Mitarbeiterengagement. Das effektive Nutzen der Ergebnisse des 360 Grad Feedbacks wird dabei helfen, angepasste und individuelle Entwicklungspläne für jeden Mitarbeiter zu erstellen. Dies wird dazu führen, dass sich Mitarbeiter besser unterstützt fühlen. Zudem wird es ihnen dabei helfen, an ihrer Entwicklung zu arbeiten sowie Kontrolle und Verantwortung über ihren Karriereweg zu übernehmen. Die individualisierte Aufmerksamkeit und zusätzliche Kontrolle über ihren Entwicklungsweg wird Engagement und Motivation steigern.

Potenzialentfaltung. 360 Grad Feedback hilft nicht nur Mitarbeitern selbst ihr Potenzial zu entdecken und zu erkennen. Wenn der Feedbackprozess erfolgreich etabliert ist, wird er zudem Verantwortlichen dabei helfen, Talente und potenzielle Führungskräfte einfacher zu erkennen und zu fördern. Zu wissen wann wer wie bestmöglich unterstützt werden sollte, wird Organisationen erlauben, ihre Ressourcen besser zu allokieren und die Potenzialentfaltung von MItarbeitern effektiver voranzutreiben.

Wie man 360 Grad Feedback nutzen sollte

Auf höchster Ebene abstrahiert wird 360 Grad Feedback vor allem für den folgenden Zweck genutzt:

Als Entwicklungsinstrument, um Mitarbeitern zu helfen, eine bessere Selbstwahrnehmung und ein besseres Verständnis ihrer Stärken und Schwächen zu gewinnen.  

Natürlich ist die Trennlinie oft schwammig und 360 Grad Feedback kann auch für weitere Zwecke verwendet werden. Als Organisation sollte man sich jedoch im Klaren darüber sein, welcher Sinn und Zweck verfolgt wird. Denn je nach Zweck können andere, unterliegende Rahmenbedingungen erforderlich werden. Wünscht man 360 Grad Feedback wirklich als Performance Management Tool zu verwenden, sollte Feedback von Bezahlung und Boni klar getrennt werden. Außerdem könnte dies zum Beispiel einen Verhaltenskodex notwendig machen oder verlangen, dass Manager die Teilnehmer des Feedback Prozesses auswählen, sodass das 360 Grad Feedback nicht missbräuchlich verwendet wird.

Unabhängig vom Zweck sollte für jeden 360 Grad Feedbackprozess ein Feedback-Formular erstellt werden. Dieses sollte Fragen umfassen, welche auf Ratingskalen zu beantworten sind sowie offenere, schriftliche Kommentare zulassen. Das Formular sollte organisationsspezifische sowie level- und positionsspezifische Metriken enthalten.

Versuche ein Formular zu erstellen, das die Feedbackgeber identifizieren lässt, mit welchem Verhalten die Feedbackempfänger

  • aufhören
  • beginnen
  • weitermachen
  • ausbauen
  • reduzieren

sollten.

Zudem sollte darüber nachgedacht werden, wie die Daten für den Feedbackempfänger kondensiert und aufbereitet werden. Ein standardmäßiger Feedback-Report oder dedizierte Software Tools können dabei helfen.

Fazit

Ein individueller 360 Grad Feedbackprozess. Es gibt kein Patentrezept für den perfekten 360 Grad Feedbackprozess. Der Prozess sollte so individuell wie eine jede Firmenkultur gestaltet sein. Unterschiedliche Unternehmenskulturen und -hintergründe machen unterschiedliche Fragebögen und Fragen notwendig. Abhängig von anderen Prozessen im Unternehmen kann es Sinn machen, Feedback sofort oder an bestimmten Terminen zu veröffentlichen. Einige Organisationen funktionieren zudem besser mit Prozessen, bei welchen Mitarbeiter Feedback anfordern können. Andere benötigen Manager, welche die Teilnehmer für Feedbackprozesse auswählen. Die Anonymität der Feedbackautoren kann von der Organisationskultur sowie vom Zweck des 360 Grad Feedbacks abhängen.

Ziele, Sinn und Zweck. 360 Grad Feedback einfach zu implementieren, ohne den Sinn und Zweck des Konzepts für die jeweilige Organisation zu verstehen, wird nicht zu großen Errungenschaften führen. Führungskräfte wie auch Mitarbeiter müssen sich im Klaren über den Zweck, den Prozess und die Methodik des 360 Grad Feedbacks sein, sodass es korrekt ausgeführt, Mitarbeiter trainiert und Prozesse kontrolliert werden können Nur durch das Schaffen der richtigen Rahmenbedingungen kann sichergestellt werden, dass gute Absichten hinter jedem Feedback stecken und es ebenso gut aufgenommen wird.

Stärken der Unternehmenskultur. Ein funktionierender 360 Grad Feedbackprozess wird Organisationen dabei helfen, eine solide und fundierte Feedbackkultur aufzubauen. Durch die verbesserten Kommunikation und ein offeneres Arbeitsumfeld werden Mitarbeiter Erfahrungen mit den wichtigsten Firmenwerten und gewertschätztem Verhalten sammeln. Dadurch werden sie die Grundsteine dafür legen, dass sich das Wissen darüber, welche Werte und Verhaltensweisen im Unternehmen am meisten geschätzt und weiterentwickelt werden sollten, in der Organisation verbreitet.

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