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Warum flache Hierarchien nur die Fortsetzung des Holzwegs sind

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Viele Manager und Führungskräfte wollen ihre Unternehmen flacher machen, um so zu mehr Effizienz oder Effektivität zu gelangen, Mittelmanagement und interne Bürokratie zu verringern. Das Problem: Organisationen sollten nicht flach sein, sondern dezentralisiert. „Flach“ ist nur eine Verlängerung des Holzwegs. Denn in „flachen Hierarchien“ bleibt es bei Steuerung von oben nach unten.

Hierarchische Steuerung in der Unternehmensführung war einmal eine gute Idee. Das war im Industriezeitalter. Seit dessen Ende aber ist die Fähigkeit der Märkte, uns zu überraschen erheblich gestiegen: Wertschöpfung im Wissenszeitalter ist dynamischer als Wertschöpfung wie wir sie im Industriezeitalter kannten. Dienstleistung, Kustomisierung, Einzelfertigung, Unvorhersehbarkeit und Wettbewerbsdichte haben dramatisch zugenommen. In jeder Organisation muss darum das „Außen“ an der Macht sein – Gegensteuerung von „oben“ in form von Anweisung und Kontrolle versagt. Steuerung kollabiert. Lässt man Steuerung dennoch zu, dann führt sie zwangsläufig zu Fehlsteuerung und beeinträchtigt Wertschöpfung.

Niels Pfläging Flache Hierarchien

Wertschöpfung in Richtung Markt als dominantes Prinzip.

Flache Hierarchien sind keine Lösung. Sondern eher die Weiterführung einer Managementtradition, die längst zum Denkfehler geworden ist. Wendet sich eine Organisation nicht konsequent dem Markt zu, sondern verbleibt im Modus hierarchischer Steuerung, dann wächst Mittelmanagement immer wieder nach. Ebenso wie bürokratische Steuerungsrituale – darunter Zielverhandlung, Mikromanagement, Budgetierung, Planungsprozesse, Umlagen, Kostenmanagement und exzessive Regelungen. Nur in „Dezentralisiert“ verschwindet der Grund, überhaupt Mittelmanagement und Steuerung zu haben. Dann werden Selbstorganisation und Führung von außen nach innen möglich. Wird Hierarchie trivial. Wertschöpfung in Richtung Markt kann zum dominanten Prinzip werden.

„Wer von einer Lähmschicht in der Mitte spricht, hat das Problem nicht verstanden.“

Verzichten Sie also besser ganz darauf, Ihr Unternehmen „flach“ machen zu wollen. In Komplexität muss Organisation föderativ sein, nicht flach. Wenn außen Markt regiert, ist es innerhalb der Organisation die Peripherie, die Geld verdient, am Markt lernt, sich schnell und intelligent anpassen kann. Das Zentrum verliert seinen Kompetenzvorsprung – es kann kaum noch nützliche Anweisungen geben. Kopplung zwischen Peripherie und Zentrum muss entsprechend so gestaltet sein, dass es möglich ist, Marktdynamik aufzunehmen und zu verarbeiten. Dazu muss die Peripherie das Zentrum marktlich steuern und Ressourcenhoheit besitzen. Nicht umgekehrt.

Dezentralisierung folgt anderen Gesetzen als Hierarchie. Im Prinzip der Dezentralisierung geht die Rückgabe von Autonomie und Entscheidungshoheit an Teams in der Peripherie immer weiter. Dezentralisierung hört niemals auf.

Dieser Artikel ist ursprünglich auf dem Blog Mitarbeiter führen Unternehmen erschienen.

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