Der 4DX-Ansatz: Wie Ziele nicht mehr nur Wunschvorstellungen bleiben

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Fast jeder kennt das euphorische Gefühl, das einen zuweilen bei der Definition neuer Ziele überkommt. Während der Entwicklung von Zielen stellt man sich die Zukunft so vor, wie sie sein sollte. Und macht sich danach hochmotiviert an die Umsetzung der Ziele. Doch oft währt die Phase der konsequenten Umsetzung nur kurz. Die anfängliche Euphorie verschwindet und die Bemühungen das Ziel zu erreichen werden weniger und stellen sich letztendlich oft ganz ein.

Der folgende Artikel stellt mit dem 4DX Framework eine Technik vor, die, vor allem im unternehmerischen Kontext, verhindern will, dass die meisten Ziele Wunschvorstellungen bleiben und zeigt auf, wie OKRs mit dieser Technik kombinierbar sind.

4DX – Eine Technik um Ziele zu verwirklichen

Das Framework 4DX, eine Abkürzung des englischen Begriffs 4 Disciplines of Execution, wurde von Sean Covey, Jim Huling und Chris McChesney in ihrem gleichnamigen Buch entwickelt. Den Autoren zufolge sind es vor allem 4 Disciplines (hier: Angewohnheiten), die Führungskräften dabei helfen, ihre Ziele zu verwirklichen.

Umsetzung der 4DX Prinzipien durch OKRs

Wie im Falle anderer Frameworks (siehe OKRs und KPIs, OKRs und SMART Goals) lassen sich OKRs auch mit dem 4DX Framework hervorragend kombinieren. Das liegt daran, dass die Prinzipien und Werte von 4DX in vielerlei Hinsicht der OKR-Logik entsprechen. Die Beschreibung der 4 Disziplinen hat bereits angedeutet, dass ihre Etablierung alles andere als einfach ist.

OKRs helfen dabei, jeden Bestandteil des 4DX-Ansatzes konsequent umzusetzen.

4DX & OKRs

Diese Disziplin erfordert sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Basierend auf der Erkenntnis, dass die Definition zu vieler Ziele oft dazu führt, dass keines oder nur wenige dieser Ziele tatsächlich erreicht werden. Das gleichzeitige Verfolgen zu vieler Ziele raubt schlichtweg Konzentration und Fokus, welche für die Erreichung von Zielen erforderlich sind. Deswegen müssen sich Führungskräfte stets über ihre wichtigsten Ziele im Klaren sein. Außerdem sollten sie lernen zu darüber hinausgehenden Zielen konsequent Nein zu sagen. Gerade Führungskräften und Unternehmern verlangt diese Angewohnheit viel Disziplin ab. Denn oft sind sie besonders kreativ und ambitioniert, während sie beinahe täglich mit verheißungsvollen Ideen und Projekte konfrontiert werden.

OKRs helfen dabei, die Anzahl der Ziele (Objectives) zu beschränken. Normalerweise wird bei der Zielsetzung von OKRs versucht 3 bis maximal 5 Ziele zu definieren. Dadurch, dass sich nur ambitionierte und inspirierende Ziele für Objectives eignen, kann man zudem sicherstellen, dass sich die Mitarbeiter auf die bedeutsamsten Ziele fokussieren.

4DX & OKRs

Diese Disziplin besagt, dass es für die Erreichung von Zielen besonders wichtig ist, sich nicht auf Lag Measures zu fokussieren. Also ein abstraktes Endziel wie z.B. KPIs. Im Gegenteil sollte sich der Großteil der eigenen Aufmerksamkeit auf die konkreten Handlungen und Schritte richten, die die Handlungen zu der Erreichung des Ziels messbar und möglich machen (Lead Measures).

Die Philosophie, sich auf das Lead Measure zu fokussieren ist Kern des OKR Ansatzes. Denn OKRs stellen nicht eine abstrakte Kennzahl in den Vordergrund, sondern unterteilen Zielsetzung in ein qualitatives, inspirierendes Ziel (Objectives) und die zur Messung dieses Ziels erreichbar machende Handlungen (Key Results).

4DX & OKRs

Um als Führungskraft zu gewährleisten, dass man selbst und das Team kontinuierlich und fokussiert auf die Zielerreichung hinarbeitet, ist es wichtig, eine gute Übersicht über den Stand der Zielerreichung zu behalten. Laut dem 4DX Buch kann man dies durch ein gutes Scoreboard für das ganze Team erreichen. Dabei muss das Scoreboard vor allem für das Team einfach verständlich und möglichst stets sichtbar sein. Und zudem sowohl Lead als auch Lag Goals enthalten. Am wichtigsten ist jedoch, dass das Scoreboard Mitarbeitern sofort zeigt, ob sie bei der Zielerreichung auf dem richtigen Weg sind.

Wie 4DX ist das Erstellen eines ansprechenden Scoreboards ein grundlegender Faktor für die erfolgreiche Anwendung von OKRs. Dabei gibt es auf der Ebene der OKRs bereits viele Scoreboards, die die 4DX Kriterien, Einfachheit, Sichtbarkeit und sofort interpretierbare Darstellung des Zielerreichungs-Status gut darstellen.

Dafür bietet beispielsweise die Workpath Plattform zahlreiche Visualisierungen und Übersichten. Für ein Experimentieren mit OKRs in kleineren Teams eignet sich unser Beispiel-Template für einen Einstieg.

4DX & OKRs

Diese Disziplin stellt fest, dass für den Erfolg nicht nur anfängliches Commitment sondern auch die Übernahme von Verantwortung für die Zielerreichung wichtig sind. Implementieren lässt sich Verantwortungsübernahme laut der 4DX vor allem im Rahmen wöchentlicher Meetings. In diesen werden die definierten Ziele der letzten Woche noch einmal aufgegriffen, der Stand der Zielerreichung aktualisiert und basierend auf dem aktuellen Stand neue Ziele definiert.

Auch OKRs haben die Übernahme von Verantwortung als kritischen Erfolgsfaktor für die Zielerreichung erkannt. Dabei gehen OKRs sogar noch weiter als 4DX. Sie gehen nicht nur der von 4DX empfohlenen Routine eines Weekly Meetings einher. Sondern gewährleisten bei richtiger Anwendung auch, dass jedes Ziel transparent einer verantwortlichen Person zugeordnet ist.

4DX & OKRs

Veränderung erfordert Commitment

Das Framework 4DX stellt Führungskräften und Mitarbeitern 4 intuitive und wertvolle Disziplinen als Ratschläge für eine bessere Zielerreichung zur Verfügung. Allerdings verlangt die Umsetzung, wie der Name bereits andeutet, ein hohes Maß an Disziplin und den Willen etwas zu verändern. OKRs können dabei helfen, jede der 4 Disziplinen umzusetzen und im Unternehmensalltag zu verankern.

 

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