Digital Leadership: 8 Komponenten für erfolgreiche digitale Führung

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Immer mehr Unternehmen ergreifen Maßnahmen, um den wachsenden Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden. Lange stand dabei die Anpassung von Technologien und Prozessen im Fokus. So wurden Webseiten und Online-Shops erstellt, CRM und ERP Systeme implementiert und digitale Produktversionen eingeführt. In vielen Fällen reichen diese Initiativen jedoch nicht aus. Um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen, sind tiefgreifende Eingriffe in die Organisationsstruktur und das Geschäftsmodell des Unternehmens notwendig. Und in eine neue, digitale Führung.

Viele traditionelle Führungsinstrumente sind nur noch bedingt im modernen Arbeitsalltag anwendbar. Es bedarf neuer, auf die digitale Transformation zugeschnittener, Führungsmethoden, die vor allem den Mitarbeiter und Kollaboration in den Vordergrund stellen. Es bedarf digitaler Führung (Digital Leadership)! Dabei sind 8 wichtige Komponenten digitaler Führung von besonderer Bedeutung.

8 Komponenten für erfolgreiche digitale Führung

1. Netzwerk statt Linie: Die Führungsstrukturen in Unternehmen werden immer komplexer. Erstens sind Mitarbeiter zunehmend mit Aufgaben konfrontiert, die mehreren Vorgesetzten unterstehen. Insbesondere Projektarbeiten werden häufig abteilungs- oder unternehmensübergreifend durchgeführt. Zweitens arbeiten mittlerweile viele Mitarbeiter an mehreren Projekten zugleich. Führungskräfte sollten deswegen großen Wert auf eine effiziente Kommunikation untereinander und mit ihren Mitarbeitern legen.

2. Agilität: In Zeiten der Digitalisierung verändern sich die Anforderungen an Unternehmen ständig und oft mit hoher Geschwindigkeit. Daher ist eine langfristige Detailplanung weder sinnvoll noch zielführend. Nur wer schnell und flexibel auf neue Anforderungen reagiert und die gesamte Wertschöpfungskette im Blick behält kann einen Wettbewerbsvorteil aufbauen und behaupten. Methoden wie „Scrum“ oder „Objectives and Key Results” (OKRs) sind ausgezeichnete Mittel, um die Agilität von Unternehmen zu fördern.

3. Eigenverantwortung und Autonomie: In digitalen Unternehmen müssen Teams eigenverantwortlich handeln. Das reduziert den Bedarf zeitraubender Absprachen mit den Führungskräften und sorgt für die notwendige Geschwindigkeit und Agilität bei der Erreichung von Zielen. Zudem fördert der größere Handlungsspielraum die Motivation der Mitarbeiter und ihre Bereitschaft, zur Erreichung der Unternehmensziele beizutragen.

4. Coach und Facilitator: Die Digitalisierung betont die Rolle einer Führungskraft als Coach und Facilitator. Als eine Art Servicecenter für die Mitarbeiter sollen Führungskräfte optimale Arbeitsbedingungen gewährleisten, Hindernisse in der Zielerreichung beseitigen und strategische Maßnahmen vorausschauend einleiten, um die Übernahme von Eigenverantwortung zu fordern und zugleich zu fördern.

5. Werteorientierung: Mit zunehmender Komplexität wird die Standardisierung von Arbeitsprozessen schwieriger. Deswegen erfordert die Digitalisierung „Smart Creatives“, die neuen Aufgaben und Herausforderungen mit Intelligenz und Kreativität begegnen, statt ausschließlich Regeln zu befolgen. Um diese Mitarbeiter anzuziehen und zu fördern, müssen Unternehmen insbesondere Werteorientierung betonen.

6. Entrepreneurship: Der Innovationsdruck der Digitalisierung erfordert von Führungskräften unternehmerisches Denken. Um den dafür erforderlichen Überblick gewährleisten zu können, ist ein starke Vernetzung unterschiedlicher Unternehmensbereiche und eine ganzheitlich ausgerichtete Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen erforderlich.

7. Leadership anstelle von Management: Management steht für die Planung, Steuerung und Kontrolle von Abläufen im Unternehmen. Manager delegieren Aufgaben, fordern Arbeitsergebnisse ein und sind für die Performance ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Führung hingegen bedeutet, die Mitarbeiter zu inspirieren und in ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen.

8. Transparenz: Um Selbstorganisation und Commitment zu ermöglichen, müssen die Mitarbeiter Zugang zu allen benötigten Informationen innerhalb der Organisation haben. Dies erfordert eine offene und vertrauensvolle Kultur in allen Teilen des Unternehmens. Transparenz ist deswegen auch eine Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung von Methoden wie Scrum, Management 3.0 oder OKRs.

Zusammenfassung

Digital Leadership ist einer der wichtigsten Bausteine der Organisation von morgen. Im Projektmanagement haben agile Methoden wie Scrum bereits in vielen Unternehmen Einzug gehalten. Auf Führungsebene wird jedoch oft noch das veraltete Framework „Management by Objectives” (MbO) anstelle des modernen und agilen Frameworks „Objectives and Key Results” (OKR) genutzt. An dieser Stelle sollte ein Umdenken stattfinden. Die Unternehmensführung muss den Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen, um den Anforderungen der digitalen Transformation gerecht zu werden.

Erfahre mehr zu digitaler Führung im Interview mit Ursula Vranken.

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