Wie sich KPIs und OKRs kombinieren lassen

OKRsPerformance Management

KPIs und OKRs werden häufig als alternative Konzepte wahrgenommen, zwischen denen sich Unternehmen entscheiden müssen. Tatsächlich lassen sie sich aber gut kombinieren, um die Performance eines Unternehmens zu messen und gezielt zu verbessern. Statt sich also zwischen KPIs und OKRs zu entscheiden, sollte die Frage also eher sein, wie sich beide am besten kombinieren lassen.

Rückblickend beurteilen und vorausschauend planen

KPIs dienen seit langem als laufender Gesundheitscheck für Unternehmen. Wichtige Kennzahlen wie das Umsatzwachstum oder die Kundenzufriedenheit liefern wichtige Einblicke und ermöglichen eine zahlenbasierte Beurteilung über den Unternehmenserfolg. Da Geschäftsbereiche, Abteilungen und Mitarbeiter ihre eigenen KPIs haben, die letztendlich auf die Performance einzahlen, lässt sich der Beitrag jedes Einzelnen gut bemessen, um die Implikationen aus den verschiedenen Unternehmensbereichen nachzuvollziehen.

So wirken sich die Leads aus dem Marketingteam und die Conversion Rate des Sales-Teams beispieslweise direkt auf das Umsatzwachstum aus. Die Kundenzufriedenheit wiederum von der Bearbeitungszeit des Kundenservice oder der Nutzerfreundlichkeit des Produkts ab.

Der Nachteil von KPIs ist, dass sie zwar eine rückblickende Beurteilung bieten, dafür aber wenig umsetzbare Handlungsempfehlungen. Am Ende eines Jahres lässt sich beispielsweise ablesen, ob der Umsatz wie gewünscht gewachsen ist. Ist das nicht der Fall, lässt sich schwierig ein Grund ableiten, wo man ansetzen muss, um den Umsatz wieder zu steigern.

OKRs wiederum sind nach vorne gerichtet und orientieren sich an Messwerten, die sich direkt beeinflussen lassen. Sie konzentrieren sich auf einen Mehrwert, den man als Unternehmen/Team/Mitarbeiter generieren möchte, beispielsweise die vereinfachte Bedienung einer App. OKRs erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, weil sie in kurzen Zyklen schnelle Kurskorrekturen erlauben. Damit sind sie in der heutigen Wirtschaft bestens dafür geeignet, sich schnell auf Kundenbedürfnisse und veränderte Marktbedingungen einzustellen. Mit einem Objective wird ein wünschenswerter Zielzustand festgelegt, der innerhalb eines Zyklus erreicht werden soll. Messbare Key Results dienen dabei als Orientierung, inwiefern man sich auf dieses Ziel zubewegt. Im Gegensatz zu KPIs handelt es sich dabei um Kennzahlen, die sich direkt beeinflussen lassen. Im Fall der vereinfachten App-Bedienung wäre ein mögliches Key Result die Verringerung der Zeit, sich in der App zu registrieren.

Mehr Informationen zu den Unterschieden zwischen KPIs und OKRs erhälst du in unserem Artikel OKRs vs KPIs: Eine Erklärung und Abgrenzung.

KPIs und OKRs bieten ein ganzheitliches Bild

KPIs erlauben also, die Ergebnisse von Initiativen nachträglich zu beurteilen, während OKRs eine strategische Richtung vorgeben. Es macht also durchaus Sinn, beide Systeme zu nutzen, um eine Organisation gezielt zu steuern. Die Entwicklung bestimmter KPIs kann als Anhaltspunkt dienen, in welchen Bereichen über den nächsten OKR Zyklus Wert geschaffen werden soll. Entwickelt sich ein KPI auf Organisations- oder Bereichsebene nicht so wie gewünscht, können OKRs dabei helfen, die zugrundeliegenden Kennzahlen zu beeinflussen, die darauf einzahlen.

 

Wenn zum Beispiel die Kundenzufriedenheit seit sechs Monaten stagniert, kann der nächste OKR Zyklus dazu dienen, diese Kennzahl zu beeinflussen. Die Analyse der relevanten KPIs, die sich auf die Kundenzufriedenheit auswirken, geben Aufschluss darüber, wo man ansetzen kann. Wenn beispielsweise die KPIs des Kundenservice-Teams unverändert sind, aber gleichzeitig das User-Engagement gesunken ist, kann ein gemeinsames OKR for das Produkt- und IT-Team erstellt werden, um Nutzer zu aktivieren und die Usability des Produkts zu verbessern.

Hier erfährst du mehr darüber, wie du deinen OKR Zyklus effizient gestaltest: Der Workpath OKR Zyklus Schritt für Schritt

Da sich ein OKR möglichst granular auf einen bestimmten Mehrwert fokussiert, sind mitunter mehrere Zyklen nötig, um verschiedene Aspekte abzudecken und ein KPI sichtbar zu verbessern. Da KPIs normalerweise in größeren Zeitabständen gemessen werden und mehrere OKR-Zyklen abdecken können, ist es leichter, sich nacheinander auf verschiedene Aspekte zu konzentrieren.

Fazit

KPIs und OKRs können sich gut ergänzen und stehen nicht im Widerspruch zueinander. Sinnvoll miteinander verbunden erlauben sie eine erfolgreiche, kontrollierte Steuerung des Unternehmens. OKRs legen dabei einen Fokus fest, um bestimmte Aspekte eines KPIs gezielt zu verbessern. Dabei gilt es, die Stolperfalle zu vermeiden, ein Key Result nur als verdecktes KPI zu formulieren. Das Objective „Steigerung der Kundenzufriedenheit“ beschreibt zwar einen wünschenswerten Zielzustand, aber keinen Mehrwert für den Kunden. Als Starthilfe empfiehlt es sich, das Problem zu formulieren, das zwischen dem Status Quo und einer Verbesserung des KPI liegt, um daraus Schwerpunkte für verschiedene OKR-Zyklen abzuleiten.

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