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Was ist New Work? Alles was Du wissen musst

Arbeit 4.0Digitale Transformation

Was ist New Work und wie ist es definiert?

Ora et labora – bete und arbeite. Dieser Grundsatz stammt aus dem Mittelalter und wurde von den Benediktinermönchen als Maxime verwendet. Ein Leben ausschließlich gefüllt von Arbeit und Glauben. Heutzutage passt dieses Leitbild allerdings nicht mehr zu unserer Auffassung von Arbeit. Viele Menschen wünschen sich mit ihrer Arbeit sich selbst zu verwirklichen, deshalb könnte ein passendes Motto “lebe und arbeite” lauten.

New Work ist der Inbegriff für den strukturellen Wandel der Arbeitswelt. Man geht davon aus, dass das bisherige Arbeitssystem veraltet ist. Das neue Stichwort ist Freiheit. New Work ist ein Sammelbegriff für sinnstiftende und zukunftsweisende Arbeit, ein Konzept für eine neue Arbeitsweise im globalen und digitalen Zeitalter. Anforderungen an den Arbeitgeber, den Arbeitsplatz sind völlig neu sowie auch das Bild des Mitarbeiters.

Worum geht es (grob)?

Bei New Work geht es um Führung auf Augenhöhe, Wertschätzung und weniger To-Do Listen. New Work ist nicht nur Großraumbüros und mobiles Arbeiten und es ist auch nicht zwangsweise hierarchiefrei. Es bedeutet mitarbeiterzentriertes Arbeiten und Führen, und berücksichtigt das Gleichgewicht aller Interessen. Neue Wege und Freiräume für Kreativität und Entfaltung sollen geboten werden. Selbstbestimmtes Handeln steht im Vordergrund, denn starre Arbeitsmethoden sind nicht mehr zeitgemäß.

Auslöser für die neue Lebensweise und Kultur der Arbeit

Die digitale Transformation der Arbeitswelt zieht einen Wandel nach sich. Neue Technologien ermöglichen die Herstellung von Produkten, die nahezu perfekt an die spezifischen Kundenwünsche und -bedürfnisse angepasst sind. Von personalisierten Cola Flaschen über Nike Schuhe bis hin zu individuellen Softwarelösungen. Jedes einzelne Produkt kann heutzutage genauestens auf seine Kunden abgestimmt werden. Es wird schwieriger sich durch standardisierte Produkte aus Massenherstellungen rein über den Kostenfaktor zu differenzieren. Denn kundenzentrierte Produkte werden ein immer zentralerer Bestandteil um sich von Konkurrenten hervorzuheben. Diese Entwicklung beeinflusst auch Produktionsentscheidungen und -prozesse.

Heutzutage ist es unerlässlich seine Produkte kontinuierlich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Neue Technologien ermöglichen immer schnellere, bessere und günstigere Innovationen. Dies erleichtert neuen Unternehmen den Markteintritt und sorgt für immer mehr weltweite Konkurrenz. Arbeitsprozesse müssen also schneller und dynamischer werden. Kreatives Arbeiten, Innovation und Flexibilität von Mitarbeitern tritt immer mehr in den Vordergrund, da durch die Automatisierung von Prozessschritten viele monotone, routinierte und triviale Arbeiten wegfallen.

Darüber hinaus ist der sogenannte “War of talents” ist ein Begriff, den jeder HR-ler kennt. Durch den Mangel von Fachkräften wird die Verhandlungspositionder Arbeitnehmern gestärkt und sie können höhere Anforderungen an die Arbeitgeber stellen. Hier können Unternehmen die Implementierung von New Work als Chance sehen, um Talente zu gewinnen und halten, indem Sie durch ein neues Verständnis der Arbeit  sinnhaftes Arbeiten sowie Identifikation für ihre Mitarbeiter ermöglichen.

Ein weiterer Aspekt ist, dass Zusammenarbeit im Unternehmen immer essentieller wird. Durch den immer schnelleren technologischen Wandel sinkt die Halbwertszeit des Wissens, i.e. Zeitraum in der das Wissen aktuell ist, immer mehr. Das erforderliche Wissen kann so kaum mehr von einer Einzelperson abgedeckt und innegehalten werden. Daher ist es schlichtweg die einzige Lösung, wenn Individuen zusammenarbeiten, da durch die Kollaboration viel mehr Wissen abdeckt und aktuell gehalten werden kann.

Zuletzt haben neue Technologien haben alle gemeinsam, dass sie auf kleinem Raum produziert werden können. Ein Teil der neuen Arbeitswelt bedeutet daher, dass man vieles nicht mehr industriell in großen Fabrikhallen produzieren muss, sondern auf kleinem Raum produzieren kann. Dies ermöglicht auch, dass immer mehr Unternehmen neu gegründet werden.

„Zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht.“, wie Philosoph Richard David Precht in seinem Buch „Jäger, Hirten, Kritiker“ schreibt.

Der  New Work Begriff

Der Sozialphilosoph Prof. Dr. Frithjof Bergmann benannte erstmals das Konzept New Work. Er beschäftigte sich mit der philosophischen Frage nach der Freiheit des Menschen und ging davon aus, dass das bisherige Job-System sein Ende gefunden hat. Für lange Zeit, beginnend mit der industriellen Revolution, gab es genaue Arbeitsteilungen, feste und klare Hierarchien sowie feste Zeitstrukturen. Dies hat zur Standardisierung von Arbeitsprozessen beitragen. Die Arbeit hat sich in den letzten Jahren jedoch stark gewandelt – weg von reinen Routine- zu Nicht-Routinetätigkeiten. Beispielsweise können routinierte Administrationsarbeit durch Expertensystemen basierend auf Big Data und intelligenten Algorithmen ersetzt werden. Ein weiteres Beispiel ist der vermehrte Einsatz von Robotern in Fertigungsbetrieben.

Daher ist New Work vor allem ein Versprechen an die Zukunft, welches versucht den individuellen Ansprüchen vieler gerecht zu werden. New Work beginnt mit der Frage, was man wirklich tun möchte. Es ist eine Kombination aus Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung und Selbstversorgung.

Wie kann man die New Work Transformation umsetzen?

Kienbaum stellte im “New Work Pulse Check” fest, dass 63% der Befragten Initiativen gestartet haben, eine Form von New Work in ihren Unternehmen zu etablieren. Im Fokus stehen dabei der Wandel der Unternehmenskultur und der Einsatz mobiler Technologien.

Doch wie kann ein Unternehmen diesen Wandel umsetzen? Leider gibt es keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, da New Work kein standardisierbarer Prozess ist, sondern eine Kultur und Führungshaltung. Daher kann auch keine To-Do Liste vorgeschrieben werden – der Wandel muss sowohl bottom up und top down passieren und gestaltet sich für jedes Unternehmen individuell. Um in Zukunft erfolgreich zu bleiben, müssen sich Unternehmen mit New Work auseinander setzen. Sie müssen ihre Kultur und Führung modernisieren, denn die nachfolgenden Generationen X und Y streben nach einem Sinn ihrer Aufgaben.

Um New Work umzusetzen, muss man zunächst verstehen, dass der Grundgedanke von New Work ist, es Menschen zu ermöglichen, einen Sinn in ihrer Arbeit zu finden.

Dies kann erreicht werden, indem man es einem jedem ermöglicht, selbstorganisiert zu arbeiten und seine jeweils persönlichen Ziele zu verfolgen, welche einen intrinsisch motivieren. Um dies zu erreichen, müssen die richtigen Strukturen geschaffen werden. Organisationale Hierarchien sollten abgebaut werden und Organisationen sollten sich hin zu einer Netzwerkorganisation transformieren, da Kontrolle und Micromanagement von Aufgaben Selbstorganisation zerstören und man somit seine eigenen Ziele auch nicht verfolgen kann.

Damit Mitarbeiter ihre eigenen Ziele verfolgen und sich somit intrinsisch motivieren können, müssen also entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden. Einen Beitrag hierzu können beispielsweise Objectives und Key Results (OKRs) liefern. Ein Management Framework, welches erlaubt, dass Ziele sowohl bottom up als auch top down gesetzt werden können. Dieser wechselseitige Zielsetzungsprozess ermöglicht eine Identifikation mit den Zielen und kann zugleich für intrinsische Motivation sorgen.

Zuletzt muss sich die Denkweise hinsichtlich Führung ändern. Die Aufgabe eines Managers ist es nicht mehr schlicht Aufgaben zu delegieren, um diese anschließend zu kontrollieren. Er sollte stattdesse wie eine Coach und Mentor agieren. Moderne Führung besteht aus selbstorganisierten Teams, welche von  Führungspersonen befähigt und unterstützt wird.

4 Ausgangsdimensionen für New Work – Der Ansatz von Detecon

Detecon, die Beratungssparte von Telekom, definiert vier Ausgangsdimensionen für New Work, die alle relevant sind und zusammen als Gesamtbild gestaltet werden müssen: People, Places, Tools und Principles & Regulations. Diese vier Komponenten müssen zur Strategie des Unternehmens passen, um eine neue Kultur zu erschaffen, welche Wandel fördert, ermöglicht und Silos aufbricht. Im Zentrum steht die Ausrichtung der Arbeitsumgebung an den Aufgaben der Mitarbeiter um ein Umfeld von Individualität, Flexibilität, Kreativität, Kommunikation und Kollaboration zu schaffen. Des Weiteren ändern sich die Erwartungen der Kunden. Es gibt verschiedene New Work Instrumente, die bei dieser Transformation helfen. Jedes Unternehmen muss das passende Konzept zur implementierung finden.
In der Organisation können folgende drei Rollen helfen:

  • Enabler: New Work muss im Unternehmen etabliert sein, damit Mitarbeiter an kreativen neuen Geschäftsideen arbeiten können
  • Katalysator: New Work schafft ein gemeinsames Werteverständnis, welches das Fundament für die neue und agile Zusammenarbeit ist. (New Work Prinzipien und Bausteine)
  • Bindeglied: bei jeder Teilung der Einheiten, sollen die grundlegenden Prinzipien von New Work weitergegeben werden. Dies Ermöglicht eine Zusammenarbeit innerhalb verschiedener Einheiten.

Beispiele für New Work Instrumente 

Es gibt viele Tools und Frameworks um New Work in ihrem/im Unternehmen umzusetzen. Für jede Organisation gibt es unterschiedliche Ansätze, weshalb wir ihnen hier eine Zusammenstellung möglicher Instrumente gemacht haben.

  • Kreativräume
  • Demokratische Führungskultur
  • Flexibilisierung von Strukturen, Denkmustern, Gewohnheiten
  • Schnelle Entscheidungsräume
  • Arbeitsortflexibilisierung
    • Home Office
    • Remote Work
  • Arbeitszeitflexibilisierung
    • Teilzeit
    • Gleitzeit
    • Vertrauensarbeitszeit
    • Jobsharing
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