Warum Qualitätskriterien sinnvoller sind als OKR Beispiele

OKRsZielmanagement

Wie soll ich meine Objectives und Key Results formulieren? Wie sehen funktionierende OKR Beispiele aus? Was sind die Qualitätskriterien wirklich guter OKRs?

Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich viele Unternehmen, die OKRs implementieren oder bereits verwenden. Da OKRs jedoch stets firmenspezifisch und auf den speziellen Kontext der Organisation abgestimmt sind, helfen viele OKR Beispiele meist nicht weiter – ein Patentrezept gibt es nicht. Was es jedoch gibt, sind Qualitätskriterien für effektive OKRs. Daher haben wir von Workpath hier eine Übersicht der wichtigsten Do´s and Dont´s für die Formulierung guter Objectives und Key Results zusammengestellt.

Falls Dir nach dieser Liste immer noch ein geeigneter Ansatzpunkt fehlt, haben wir hier einige OKR Beispiele für bestimmte Berufsgruppen und Führungspositionen zusammengefasst.

Was sind gute OKRs?

OKRs sind weder das gleiche wie S.M.A.R.T Goals noch wie KPIs. Sie setzen sich zusammen aus Objectives, die inspirierende, ambitionierte und qualitative Ziele beschreiben und Key Results, welche ein messbares Ergebnis darstellen und klar aussagen, ob ein bestimmtes Ziel erreicht wurde. Zu jedem Objective gehört in der Regel ein Set von 2-5 Key Results. Objectives sollten also für alle Stakeholder deutlich machen, wohin es gehen soll. Key Results sollten ausdrücken, wie Erfolg auf dem Weg zur Zielerreichung messbar gemacht wird. Wichtig anzumerken ist, dass OKRs keinen Lösungsweg vorgeben, wie bestimmte Objectives und Key Results erreicht werden sollen. Somit erlauben OKRs ein gemeinsames Verständnis aller Stakeholder, an was gearbeitet werden muss, ohne Mitarbeitern die Autonomie oder Kreativität einzuschränken, eigene Lösungswege zu finden.

Objectives und Key Results Qualitätskriterien

Empfehlungen und Richtlinien für effektive Objectives

Welcher Wert wurde am Ende des Quartals geschaffen? Von dieser Frage sollten sich gute Objectives leiten lassen. Denn sie sollten einen motivierenden und inspirierenden Zustand in der Zukunft beschreiben, welcher allen ein klares Bild des “Wohins” gibt.

Ein Ansatz, der dabei hilft inspirierende Objectives zu formulieren, ist Storytelling. Eine Geschichte, die bestmöglich gemeinsam mit anderen Stakeholdern erstellt wurde und die zu erreichende Wunschsituation auf greifbare Weise beschreibt, ist oft ein großer Motivator und macht OKRs lebendiger und weniger abstrakt.

Sie sollten dabei nicht nur für Mitarbeiter auf der gleichen sondern auch anderen Ebenen verständlich sein. Alle Stakeholder sollten ein klares Bild davon haben, was der Wert für die Organisation und Kunden ist. Dabei sollte man darauf achten, dass dieser Wertbeitrag spezifisch ist und keine immer gültigen, allgemeinen Evergreen wie Kundenzufriedenheit beschreibt. Nachdem Objectives einen qualitativen Wertbeitrag beschreiben, sind zudem auch Metriken in der Formulierung von Objectives fehl am Platz. Konkrete Beschreibungen von Objectives sind jedoch unerlässlich: der Anspruch zu “verbessern” oder zu “optimieren” ist gut. Er sollte sich jedoch auf eine spezifischere Art und Weise in der Formulierung der Objectives niederschlagen. Ein gutes OKR Beispiel sollte also die folgenden Do´s und Dont´s für Objectives beachten:

Do´s: Qualitätskriterien zielführender Objectives

  • Qualitativ (nicht messbar)
  • Beschreibt einen erstrebenswerten Zustand in der Zukunft
  • Fokussiert: maximal 5 Objectives pro Organisationseinheit
  • Inspirierend, ambitioniert aber erreichbar
  • In einem Zyklus (Quartal) erreichbar
  • Übergeordnetes und geschlossenes Paket
  • Abgeleitet von Strategie, langfristigen Zielen und Team-Anforderungen
  • Fokus auf Kunden- und Firmenwert

Dont´s: Anzeichen schlechter Objectives

  • Enthalten Metriken wie Umsatz
  • Beschreiben zeitlose Wertbeiträge wie beispielsweise Kundenzufriedenheit
  • Abstrakte Begriffe der Verbesserung wie “steigern”, “optimieren” oder “verbessern”

Empfehlungen und Richtlinien für effektive Key Results

Gute Key Results sind die Erfolgstreiber ihrer Objectives. Die Frage, welche die Formulierung von Key Results daher leiten sollte ist: Welche Ergebnisse treiben die Wahrscheinlichkeit, dass das Objective erreicht wird? Für ein Objective sollten man in der Regel 2-5 Key Results formulieren.

Im Gegensatz zu Objectives sollten Key Results stets messbar sein, also Metriken enthalten, die bestimmte, zu erreichende Erwartungswerte beschreiben. Hier ist es wichtig zu differenzieren, dass Key Results Lead und nicht etwa Lag Goals entsprechen. Das bedeutet, dass Key Results direkt beeinflussbare Zielwerte messen, die zu der Erreichung bestimmter Resultate führen. Lag Goals hingegen legen dann das angestrebte Resultat des Prozesses fest und entsprechen KPIs. In vielen OKR Beispielen wird das nicht beachtet: Key Results werden dort wie abzuarbeitende To-Do Listen formuliert anstatt als Zielwerte widerzuspiegeln.  Weiterhin ist es wichtig, dass Key Results möglichst unabhängig voneinander sind. Ein Fehler oder Nicht-Erreichen eines Key Results sollte den Erfolg eines anderen Key Result möglichst wenig beeinflussen. Dieser Logik folgend sollte vermieden werden, Key Results als aufeinander aufbauende Meilensteine zu formulieren.

Darüber hinaus sollte jedes Key Result einen Owner haben. Also eine Person, die sich für das Key Result verantwortlich fühlt. Hieraus ergeben sich folgende Do´s und Dont´s für Key Results:

Do´s: Qualitätskriterien guter Key Results

  • Quantitativ (messbar)
  • Treiben den Erfolg und das Erreichen des Objectives
  • Maximal 5 Key Results pro Objective
  • Spezifisch (keine vagen Formulierungen wie “wurde implementiert”)
  • Zeitraumbezogen
  • Von Stakeholdern akzeptiert
  • Ambitioniert aber erreichbar
  • Möglichst unabhängig von den weiteren Key Results des Objectives
  • Direkt beeinflussbare Zielwerte
  • Owned

Dont´s: Anzeichen schlechter Key Results

  • Formulierung als Meilenstein
  • Verknüpfung mehrerer Metriken in einem Key Result
  • Zu viele binäre Key Results (erreicht/nicht erreicht)

Warum also mit Qualitätskriterien für OKRs arbeiten?

Die oben genannten Checklisten dienen dazu, den richtigen Fokus bei der Formulierung von OKRs zu finden. Anders als bei einem OKR Beispiel, können die Qualitätskriterien, von Finance bis Marketing, für jede Art von OKRs, jede Industrie und jede Unternehmensgröße herangezogen werden. Sicherlich können sie nicht alle Fragen beantworten und man sollte Unternehmensspezifika nie außer Acht lassen. Diese Best Practices haben sich jedoch als nützlich erwiesen, relevante, beeinflussbare und motivierende Zielgrößen mit einem angemessenen Umfang zu formulieren. Dies ist in der Regel der erste Schritt in Richtung mehr Mitarbeitermotivation und -commitment sowie einer verbesserten Unternehmensleistung.

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