New Leadership: Führen mit dem Leadpreneur Faktor – im Interview mit Filiz Scarcella

Leadership

Filiz Scarcella ist Coach, Autorin und Keynote-Speaker, vor allem aber ist sie genial anders. In ihren Coachings zeigt sie auf, wie wir endlich den Vorwärtsgang einlegen und in unsere Genialitätszone kommen – ohne blabla, ohne Buzzwords, dafür aber mit einer ganzen Menge Gefühl und Klartext. Im Interview mit Workpath verrät Filiz mehr über New Leadership und was hinter dem Leadpreneur Faktor steckt. 

Hallo Filiz, viele Unternehmen investieren aktuell Unmengen an Zeit und Geld, um ihre Prozesse agil zu machen. Warum reicht das nicht aus?

Seit einigen Jahren stellen wir uns wieder und wieder die Frage: Sind wir bereit? Sind wir bereit für Agilität, für die neue Arbeitswelt, für die Digitalisierung? Sind wir bereit für New Work, mit allem, was dazu gehört? Diese Frage beantwortet sich aktuell für viele Unternehmen ganz von selbst. Denn bei all der Schnelligkeit und Unsicherheit bleibt keine Zeit um lange zu grübeln. Wir müssen handeln. Und doch sollten wir uns bewusst sein, dass hinter all diesen modernen Buzzwords zuerst immer einmal Menschen stehen, die Mut beweisen und Veränderung zulassen müssen. Neues Arbeiten ist nur möglich, wenn wir die Fähigkeiten besitzen, die wir brauchen um selbst agil zu sein. Zu diesen Kompetenzen zählen zum Beispiel Selbstwahrnehmung, Rollenklarheit, Eigenverantwortung, Wertschätzung und nicht zuletzt Kommunikation. Klar, alles nichts neues, doch sollten wir uns wieder bewusst werden, dass nicht nur Prozesse, sondern vor allem Menschen weiterentwickelt werden müssen. 

Von dir stammt der Leadpreneur Faktor – was steckt da dahinter und warum ist er ein Game Changer  für die neue Arbeitswelt.

Ich hab’s nicht so mit Labeln. Ich bin überzeugt davon, dass Du ein Leader sein kannst, auch wenn Du nicht tatsächlich Mitarbeiter führst. Jeder von uns hat Eigenschaften, die uns zu einem Leader machen und wir führen uns schließlich täglich selbst – manchmal mehr, manchmal weniger erfolgreich. Genauso verhält es sich mit dem Begriff „Entrepreneur“. Auch dieser beschreibt in meinen Augen nicht nur per se eine Person, sondern vor allem ein Repertoire an Fähigkeiten. Ich richte den Blick also nicht nach außen, sondern nach innen. Was macht eine Person aus? Was macht mich selber aus? Irgendwann machte es dann bei mir klick: Ich bin ein Leadpreneur. Ich bringe Kompetenzen mit, die wir von einem Leader erwarten und gleichzeitig besitze ich Fähigkeiten, die einen Entrepreneur beschreiben. Zu diesen gehören unter anderem Leidenschaft, Selbstvertrauen, Mut und ein Gewinner-Mindset. Wer den eigenen Leadpreneur Faktor entwickelt, der legt los, der begibt sich auf einen Weg und kommt letztendlich in die eigene Genialitätszone. Mehr darf ich dazu hier aber nicht verraten. In meinem Leadpreneur Circle werden wir eingehend und ganz individuell besprechen, wie Du Deinen Leadpreneur Faktor findest und in Fahrt kommst.   

Warum brauchen wir Self-Leadership, um andere effektiv führen zu können? Und was heißt das genau?

Gutes, positives Leadership beginnt bei uns selbst. Bevor Du andere führen kannst, solltest Du Dich mit Dir selbst beschäftigen. Du solltest lernen, Dich selbst zu organisieren, zu disziplinieren. Du solltest Dich mit Deinen Werten beschäftigen und damit, wie Du reagierst, wenn Dir selbst ein Fehler unterläuft. Genau das ist Self-Leadership. 

Schauen wir uns doch einmal ein Beispiel an. Wer erfolgreich führen will, sollte die Stärken der einzelnen Mitarbeiter kennen und diese fördern. So wird es uns in jedem Managerseminar beigebracht. Doch wie genau willst Du das anstellen, wenn Du Deine eigenen Stärken und Eigenschaften nicht kennst? Wie willst Du Vertrauen erwecken, wenn Du keine Ahnung hast, wie Du auf andere wirkst? Wie willst Du kommunizieren, wenn Du Dich noch nie mit Deiner eigenen Sprache beschäftigt hast? Selbstwahrnehmung, dann Selbst-Leadership – diese beiden sind für mich das Fundament guter Führung. 

Was können wir konkret tun, um eine Art der Führung zu etablieren, die zur agilen Arbeitsweise passt? 

Wie zuvor erwähnt, beginnt gute und agile Führung immer bei uns selbst. Klar, neue Prozesse sind wichtig, aber wir sollten uns viel mehr damit beschäftigen, welche Rolle wir als Mensch in dieser neuen Arbeitswelt spielen und welche Kompetenzen wir benötigen. Die agile Arbeitsweise ist erfolgreich, wenn wir mutig sind, Veränderungen begrüßen und Fehler als Chancen ansehen. Wer dies von den eigenen Mitarbeitern erwartet, sollte es auch von sich selbst verlangen. Was bedeutet das konkret? Liebe Führungskräfte, schaut einmal in den Spiegel! Beschäftigt euch mit euch selbst und dann beschäftigt euch mit euren Mitarbeitern. Fragt nach! Hört zu! Seid empathisch!

Du hast inzwischen mehr als 10 Jahre Erfahrung als Agile Master, Change Developer und Leadership Coach. Was waren deine wichtigsten Learnings?

Haha… jetzt fühle ich mich alt. Aber, Du hast Recht: 10 Jahre Erfahrung, eine ganze Menge Schulungen und Coachings, eine Vielzahl verschiedenster Menschen, die ich kennenlernen durfte. Ich habe wahnsinnig viel gelernt, aber am Ende des Tages bleibt nur eines bei mir hängen: Sei Du selbst! Wir folgen viel zu oft schnurstracks all diesen Vorgaben und Prozessen, haben einen Stock im Allerwertesten, um „normal“ zu wirken und schlucken jegliche Emotion herunter. Nur nicht verletzlich wirken, immer souverän und kompetent sein. Vielleicht ist es das Alter, aber mir ist das jetzt wirklich alles egal. Ich bin genial anders und das ist auch gut so. Solltest Du auch mal ausprobieren. Macht verdammt viel Spaß! 

Wo glaubst du geht die Reise hin – wie sieht New Leadership in 5 Jahren aus? Was muss sich entwickeln?

Die Digitalisierung bleibt natürlich nicht stehen. Wir werden immer vernetzter, globaler und schneller.  Wichtig ist meiner Meinung nach, dass hierbei der Mensch nicht auf der Strecke bleiben darf. Auch wenn wir alle vom Home-Office aus arbeiten, sollten wir uns (virtuell) treffen, um zu hören, wie es uns geht. Auch wenn Vorstellungsgespräche von Computern durchgeführt werden, sollten wir doch darauf achten, dass die Werte eines Mitarbeiters zum Team passen. Letzteres ist ein Punkt, der auch in der Zukunft wichtiger werden wird und aktuelle Trends zeigen dies bereits: Junge Menschen wollen wissen, wofür sie arbeiten. Geld allein ist nicht mehr der Treiber. Also ich bin gespannt auf alles, was da kommen wird und freue mich so, es mitgestalten zu dürfen. 

Welchen Rat möchtest du unserer Leser-Community geben, um ihnen zu helfen, bessere Führungspersönlichkeiten zu werden? 

Mein Rat: Beschäftige Dich mit Dir selbst! Beginne zuerst mit Deinem Mindset! Glaubst Du, Deine Fähigkeiten wären angeboren oder kannst Du wirklich Einfluss auf Deine Entwicklung nehmen? Glaubst Du daran, dass Du wirklich wachsen kannst? Ich sage, Du bist ein Gewinner, Du hast so viel Potenzial, Du kannst so viel Gutes tun. Glaube an Dich selbst und sei #genialanders. Rat Nummer Zwei: Komm in meinen Leadpreneur Circle! Hier wirst Du Dich mit Gleichgesinnten austauschen und wirklich an Dir arbeiten können. 

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